Leitbild
Wir sehen das Kind als Person in seiner Ganzheitlichkeit, geprägt durch das Leben in seiner Familie und seiner sozialen und natürlichen Umwelt. Jedes Kind ist ein einmaliges und unverwechselbares Wesen. Einzigartig in seinem Denken, seinem Verhalten und seinen ganz individuellen Bedürfnissen und  Ansprüchen. Wir erfüllen einen alters- und entwicklungsspezifischen Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsauftrag im Rahmen eines, auf die Förderung der Persönlichkeit des Kindes orientierten Gesamtkonzeptes.

Das Kind befindet sich in seiner ureigensten Entwicklungsphase in einem ständigen Lernprozess, den wir als Erzieherinnen einer Bildungseinrichtung gezielt unterstützen. Die Arbeit der Erzieherin ist immer am Wohl des Kindes ausgerichtet.

Im gemeinsamen Zusammenleben und -ER-leben respektieren wir das Recht jedes Kindes auf ein gelingendes Leben. Dazu gehören, die Förderung seiner Entwicklung, sowie die Erziehung zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit.

Wir achten und beachten sein Recht auf
– menschliche Zuwendung
– soziale Einbindung
– anregende Bildung
– orientierende Führung (Erziehung)
– Anerkennung („Nicht LOBEN ist unterlassene Hilfeleistung!“)
– Partizipation – sie müssen etwas bewegen können
– genügend Raum und Zeit
– sowie Essen, Trinken, Wärme und Luft.

Jedes Kind ist ebenso viel Person, wie ein Erwachsener – nur in einem anderen Lebenszeitraum.

Pädagogischer Ansatz
Das Profil unserer Einrichtung spiegelt die Prinzipien des „Lebensbezogenen Ansatzes“ von Norbert Huppertz wieder. So versteht sich unsere Einrichtung als Bildungsstätte für Kinder. Im Zentrum dieser Pädagogik steht das Leben des Kindes, bezogen auf alles Leben in der Welt. Hier spielt die Erzieherin eine wichtige Rolle, indem sie das LEBEN jedes einzelnen Kindes im Auge hat und ihre Arbeit darauf BEZIEHT – LEBENSBEZOGEN.

Dabei misst sie folgenden Themen besonderen Wert zu:
– Das Leben als WERT schätzen und achten, alle Lebewesen haben ein Recht auf Leben (Menschenrechte, das Recht des Kindes)
– Eine positive Einstellung zum Leben bezieht auch das Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen ein. Kein Mensch ist vollkommen und in jeder Besonderheit liegen auch Stärken, die es zu entdecken gilt.
– Zentrale Methode unserer Arbeit ist das ER-leben. Gemeinsames Erleben bezieht sich nicht nur auf freudige Momente unter  Kindern. Freude und Heiterkeit aber auch Trauer und Trübsinn, die Sonnen, aber auch die Schattenseiten des Lebens werden miteinander geteilt und mitgeteilt. Wir verzichten auf einseitige Belehrungen und achten auf den gut dosierten Einsatz mediatisierte Darbietungen.
– Einbeziehung des gesellschaftlichen Lebens
– Pflege wertvoller gesellschaftlicher und einrichtungsspezifischer Traditionen
– Sorge und Verantwortung für unsere ökologische Umwelt
– Förderung eines ethischen Bewusstseins von gutem und bösem Handeln, Friedensfähigkeit
– Ein spannender und dennoch entspannter Übergang in die Schule bedingt eine offene, engagierte und interessierte Zusammenarbeit  zwischen Erziehern und Lehren.

Alle Aspekte des Lebens sind wissenswert und werden kindgerecht aufgearbeitet. Kinder haben das Recht, auf alle ihre Fragen eine verständliche, realitätsnahe Antwort zu erhalten.

Pädagogische Ziele
Grundlage unserer Pädagogischen Arbeit ist das Bildungsprogramm Sachsen-Anhalt „Bildung elementar“ vom September 2004. In der Interaktion mit dem Kind nutzt die Erzieherin vielfältige kreative Methoden für eine ganzheitliche Entwicklungsförderung und die Unterstützung seiner Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Grundvoraussetzung ist dabei eine verlässliche Erzieher – Kind Beziehung. Die Erzieherin pflegt einen absolut partnerschaftlichen Erziehungsstil und ermöglicht dem Kind, entsprechend seinem Entwicklungsstand, ein Mitbestimmungs- und Entscheidungsrecht in seinen persönlichen und gemeinsamen Belangen.

Kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation von Entwicklungsschritten in Form von Entwicklungsbögen und des Portfolio, ermöglichen der Erzieherin auf individuelle Besonderheiten, Fähigkeiten und Talente, aber auch mögliche Entwicklungsverzögerungen zu reagieren und entsprechende Handlungsstrategien zu entwickeln. Die Erzieherin greift die Themen der Kinder auf. Sie begleitet und unterstützt ihre Bildungsprozesse. Dabei nutzt sie vorrangig das gemeinsame ERLEBEN als Methode und Prinzip.

Bildungsangebote
Wir sehen Bildung in der Kita als elementare Bildung, die sich auf alle Entwicklungsbereiche des Kindes bezieht. Die Reichhaltigkeit der Erfahrungs- und Wahrnehmungsmöglichkeiten im sensorischen, motorischen, emotionalen, kommunikativen, ästhetischen und kognitiven Bereich bietet der Erzieherin ein breites Angebot an Themen zur Förderung der Identitätsentwicklung ihrer Kinder.

Unter dem Aspekt der Ganzheitlichkeit und entsprechend dem Bildungsprogramm Sachsen Anhalts beziehen sich die Bildungsangebote in unserer Einrichtung auf folgende Bereiche:
– Körper – Bewegung und Gesundheit
– Grundthemen des Lebens
– Sprache
– Bildende Kunst
– Darstellende Kunst
– Musik
– Mathematik
– Natur
– Technik

Die Erzieherin wählt ihre individuellen oder kleingruppenbezogenen Angebote anhand der Impulse der Kinder oder findet eigene zumutbare Themen, die der Erfahrungswelt der Kinder entsprechen und ihren Wissensdrang herausfordern. Weiterhin werden offene Angebote durchgeführt, an denen altersentsprechend, Kinder aus verschiedenen Gruppen teilnehmen können (z.B. Sportspiele, Kreis- und Tanzspiele, diverse kreative Angebote, Puppentheater und Rollenspiele und Experimente).

Besonders in Vorbereitung auf die Schule beziehen sich die Angebote intensiver auf das Kennenlernen von Traditionen und Kulturgütern, regionaler Besonderheiten, naturwissenschaftlicher Vorgänge und interkultureller Erfahrungen. Alle Bildungsinhalte verstehen sich als Angebote, die die Selbstbildungsprozesse des Kindes fördern und anregen sollen.

Funktion als Konsultationseinrichtung
Die Kita  „Froh – Sinn“ leistet in ihrer Funktion als Landesmodelleinrichtung „bildung elementar“ seit 2004, als Konsultationseinrichtung  seit 2005 und seit 2008 Kompetenzzentrum frühkindlicher Bildung Sachsen Anhalt einen wichtigen Beitrag hinsichtlich der Vernetzung und Vermittlung des Bildungsprogramms in Sachsen-Anhalt. Die Kita wird von einer großen Anzahl von Besucherinnen aus unterschiedlichen Einrichtungen frequentiert. Unsere Erzieherinnen unterstützen den Prozess in der Praxis und geben Auskunft über geleistete Arbeit und deren  methodische Umsetzung im Kita-Alltag. Unsere Leistungen umfassen Betriebsbesichtigungen (Kita), Hospitationen, Seminare und Fachtagungen.

Betreuungsalter und Gruppenstruktur:
Die Kapazität der Kita beträgt bis zu 120 Plätze. Die Kinder werden in 2 Häusern in 5 Gruppen betreut.
– Haupthaus: Kapazität bis zu 80 Kinder
Kabbelmäuse – Krippengruppe, bis zu 12 Kinder
Minnimäuse – altersgemischte Gruppe, bis zu 22 Kinder
Tanzmäuse – altersgemischte Gruppe, bis zu 22 Kinder
Wühlmäuse – Kindergartengruppe, bis zu 24 Kinder
– Nebenhaus: Kapazität bis zu 40 Kinder
Villamäuse – Kindergartengruppe, Kapazität: 40 Kinder

Eingewöhnung
Uns ist wichtig, schon beim 1. Gespräch eine offene vertrauensvolle Atmosphäre zu geben. Großen Zuspruch finden die Schnupperstunden. 3 Monate vor der Aufnahme, finden diese an jedem  1. und 3. Mittwoch von 15.00 – 16.00 Uhr als offene Angebote statt. Hier haben die Eltern bereits vor der eigentlichen Aufnahme, die Möglichkeit 1. Kontakte zu den künftigen Erzieherinnen, anderen Eltern und den Kindern (potentielle neue Freunde des Kindes) aufzunehmen, alle Fragen an die Fachkräfte zu richten, dadurch Hemmnisse abzubauen, vertrauen zu gewinnen und somit einen guten Start für Alle in eine neuen Lebensabschnitt: die Kitazeit zu sichern.

Die Eingewöhnungsphase unterteilt sich in zwei Abschnitte:
1. Abschnitt:
– die Eltern begleiten das Kind für 1-2 Stunden bei einem Erkundungsbesuch in der jeweiligen Gruppe
– das Kind wird von der Erzieherin beobachtet und eine erste Kontaktaufnahme erfolgt
– langsam ziehen sich die Eltern zurück, bleiben aber für das Kind erreichbar
2. Abschnitt
– die Dauer des Aufenthaltes verlängert sich auf 3-4 Stunden
– die Rolle der Erzieherin verstärkt sich
– die Erzieherin fördert den Kontakt mit den anderen Kindern
Die Beiden Abschnitte beruhen auf 3 Säulen aus Kindersicht:
– Ankommen während der Spielzeit , neugierig werden, vertauen gewinnen (Abschnitt 1)
– von „fremden“ (Erzieherin statt Eltern) Nahrung annehmen (Abschnitt 1 und 2)
– in einem andern  (als dem Vertrauten) Bett einschlafen (Abschnitt 2)
Diese 3 Säulen sind in den Abschnitten 1 und 2 immerwieder hinsichtlich des Wohlsein des Kindes und der Eltern zu überprüfen, ggf. zu stoppen und behutsam zu steigen, bis sich das Kind wohl- und sicher fühlt.
Die Erzieherin unterstützt die Eingewöhnungsphase durch eine besonders liebevolle Zuwendung und die Schaffung einer harmonischen und familienähnlichen Atmosphäre. Sie nutzt hierbei das Neugierverhalten der Kinder. Ziel ist es für uns, den Kindern den Trennungsschmerz schnell überwinden zu lassen und uns schnell als neue Bezugsperson zu akzeptieren.
Eine kleine Begrüßungsfeier baut Ängste ab und zeigt dem Kind, dass es Willkommen ist.

Erziehungspartnerschaft mit Eltern und Familie
Wir sehen Erziehungspartnerschaft als einen dynamischen Kommunikationsprozess, als wechselseitige Öffnung von Familie und Kita. Dieser Prozess setzt gegenseitiges Vertrauen und Respekt voraus. Haltungen, die sich nicht nur positiv auf den Umgang der Erwachsenen miteinander auswirken,  sondern auch auf das Verhalten der Kinder. Sie erleben die Wertschätzung ihrer Familie und entwickeln Selbstachtung. Sie werden einbezogen in den offenen, respektvollen Austausch zwischen Eltern und der Erzieherin als Fachkraft. Dies fördert den pädagogischen Bezug und die Lernmotivation der Kinder.

Wir können die unterschiedlichen Formen der Elternarbeit in fünf Kategorien fassen:
1. Der wechselseitige Austausch von Informationen über die Entwicklung und Erziehung der Kinder, sowie die Abstimmung von Verhaltensweisen.
2. Die Transparenz der pädagogischen Arbeit der Einrichtung in Form von
–    Möglichkeiten des Einblicks in das Konzept
–    Gestaltung der Gruppenzimmer und Flure mit aktuellen Themen
–    Hospitationsmöglichkeiten
–    Elternnachmittage
–    Formen der Teilnahme der Eltern am Gruppenleben
–    Gemeinsam erarbeitete Entwicklungsmappen und Portfolios
–    Entwicklungsgespräche
–    regelmäßiger Informationsaustausch
–    Fragebögen
–    Kitazeitschrift
–    Elternzeitschrift
–    Aushänge
–    Fotowände, Projektdokumentationen
3. Mitwirkung der Eltern an Projekten, Festen und Feiern, Raum-, Haus- und Gartengestaltung. Einbeziehung der Möglichkeiten und Kenntnisse der einzelnen Berufe oder Hobbys, sowie die Einbeziehung anderer Familienangehöriger.
4. Angebote, die zur Ergänzung der Familienerziehung dienen
– Vorträge von Pädagogen, Psychologen oder Ärzten
– Elternbildungsveranstaltungen
– Elternberatung und Vermittlung anderer sozialer Dienste
– Erfahrungsaustausch zu individuellen Erziehungsfragen
5. Weitere Formen der Partizipation sind:
– Arbeit des Elternkuratoriums (Wahl aus der Elternschaft)und deren Transparenz für alle Eltern
– Auswertung von Hinweisen, Anfragen oder Kritik im Team
– Elternfragebögen zur Evaluation und Qualitätssicherung
– Informationen über den Prozess der Kita über: Infotafeln, Kitazeitung und Elternbriefe
– Elternbriefkasten